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Kurznotiz 48: Tom Tabaczynsky

Manche Satire schreibt sich praktisch von selbst: Nachdem der bekannte Tango Blogger Gerhard Riedl seit vielen Jahren betont, wie wichtig es für ihn ist, beim Tanzen möglichst viel freien Raum zu haben, hat er nun auf seinem Blog einen Artikel veröffentlicht , in dem das genaue Gegenteil beschrieben wird: Was man auf den Milongas im Zentrum [von Buenos Aires] sieht, sind Tänzer, die sich an eine volle Tanzfläche anpassen. Sie drehen auf der Stelle und rücken dann in der Ronda auf den nächsten freiwerdenden Platz vor. Mehr ist es nicht. Dieser Tango lässt sich also nur erlernen, indem man im natürlichen Kontext der vollen Milonga tanzt. Der Kontext unterrichtet. Genau das hatte Klaus Wendel in seinem Blog schon mehrfach beschrieben: Der verfügbare Raum muss beim Tango Argentino (genauso wie in anderen Paartänzen) berücksichtigt werden . Je enger der verfügbare Raum ist, desto bewusster muss man seine Schritte wählen. Und ja: Genau das sollte auch unterrichtet werden . Riedl hat diesen g...

Kurznotiz 47: Nicht unbedingt. Aber vielleicht.

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Der bekannte Tango Blogger Gerhard Riedl hat in einem aktuellen Blog Beitrag ein revolutionäres Konzept zum Anfänger Unterricht vorgestellt, das den üblichen Tango Unterricht komplett überflüssig macht. Nachdem er zunächst ausführlich bespricht, was man als Anfänger nicht machen sollte, kommt am Schluss des Artikels seine Quintessenz aus mehr als 20 Jahren Tango Erfahrung: Mein Rat an Beginner ist stets derselbe: Sucht nach Leuten, deren Tanzstil euch gefällt – vielleicht üben die mal mit euch.  Donnerwetter! Was für eine geniale Eingebung! Dieser Vorschlag wird den Tango Unterricht komplett obsolet machen und die Anfänger in Scharen zum Tango Argentino bringen. Für diesen Tanz müssen andere Tänzer jahrelang lernen und sie müssen sich den Tanz erst in unzähligen Practica erarbeiten. Aber diese neue Methode macht sie in Nullkommanichts begnadeten Tänzern, die sich auf jeder Milonga absolut sicher bewegen können. Selbstverständlich auch (bzw.: Erst Recht!) zu komplexerer Musik. Ich ...

Kurznotiz 46: Tango Fast Track

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Hätte ich das doch bloß vorher gewusst: Laut der Tango Canada Academy dauert es lediglich 12 Wochen, maximal 4 Monate, bis sich ein völliger Anfänger ohne jegliche Tanzerfahrung mit verschiedenen Tanzpartnerinnen auf einer Milonga sicher bewegen kann. Und zwar mit einem Aufwand von einer Unterrichtsstunde pro Woche mit ein bisschen regelmäßigem Training allein zu Hause. How long to learn Argentine tango as a complete beginner is often 6 to 10 weeks to feel functional, and about 3 to 4 months to feel socially confident. Der Ablauf im Einzelnen: Die Grundschritte lernt man innerhalb von ein bis zwei Wochen. In den nächsten vier Wochen lernt man Balance, Haltung, Umarmung, Drehungen. In den restlichen sechs Wochen lernt man, wie man sicher auf einer Milonga tanzt. Und das war's! Faszinierend. Also irgendwas habe ich (und alle meine Lehrer und auch alle Tänzer, die ich persönlich kenne) komplett falsch gemacht. Ich habe Jahre (und nicht Wochen) gebraucht, um alle diese Dinge zu lernen...

Kurznotiz 45: El Cartel

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Ein neuer Stern ist am Tangohimmel erschienen: Die Band El Cartel. Sie haben gerade ihr erstes Album El Enganche Initial veröffentlicht. Es enthält 26 Stücke. Allesamt selbst komponierte Studioaufnahmen.  Wobei der Begriff "komponiert" in die Irre führt. El Cartel ist keine Band im klassischen Sinne. Sie verstehen sich als ein musikalisches Projekt, zu dem zu verschiedenen Zeiten verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten ihre Beiträge beisteuern. Die Arbeitsweise wird in ihrem Manifest wie folgt beschrieben: Our method is bricolage. We collect fragments. We combine traditions. We connect distant influences. We cross borders between genres, cultures, disciplines, technologies, and generations. We honor the past by creating something new from it. Und das Ergebnis kann sich sehen (oder vielmehr: hören) lassen. Es ist tatsächlich etwas komplett Neues entstanden, das man nicht wirklich musikalisch einordnen kann. Ungewohnt, aber trotzdem eindeutig mit dem traditione...

Kurznotiz 1a: Dance me to the End of Noise

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Am vorletzten Wochenende hat die Tanzschule Intango in Heidelberg das Heidelberg Live Weekend 2026 veranstaltet. An drei Abenden spielte jeweils ein Live Orchester. Am 23. Mai 2026 war  El Cachivache zu Gast. Ich hatte vor zwei Jahren schon einmal einen Beitrag über El Chivache geschrieben , weil ihr neues Stück Nosotros so gar nicht zu ihrem Tango Punk Stil passt. Ende 2025 hat El Cachivache ein neues Album Dance me to the End of Noise herausgebracht. Darin setzen sie diesen neuen Stil fort. Insbesondere ist Ghagabugo völlig anders als man es von El Cachivache gewohnt ist. Natürlich sind alle Stücke immer noch wunderschön und sehr gut tanzbar. Die Mitglieder der Band tanzen ja auch alle. Aber der Stil der Musik ist eben ganz anders als bisher. Nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit, kurz mit Vito Venturino über diesen Wechsel zu sprechen. Nachdem El Cachivache viele Jahre lang mit ihrem Stil als Tango Punks überaus erfolgreich waren: Warum machen sie nun solch sanfte Musi...

Kurznotiz 44: Nachrichten aus einem Paralleluniversum

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Mein Blogger Kollege Gerhard Riedl hat in diesem Beitrag  gefragt, warum ich (insbesondere im Vergleich zu ihm) so selten etwas in meinem Blog veröffentliche. Nun, die Antwort ist ganz einfach, aber ich fürchte, dass sie ihm nicht gefallen wird: Mir fehlt einfach die Fantasie, mir jeden Tag solchen Unsinn auszudenken wie er es regelmäßig schafft. Nehmen wir folgendes einfaches Beispiel: Gerhard fragt, warum ihm niemand erklären kann, weshalb  Tango Lehrer den Tanz mit ihren Schülern scheuen wie der Teufel das Weihwasser . Diese Behauptung hat er schon in mehreren Artikeln verbreitet. Auf die naheliegende Antwort, dass niemand diese Frage beantworten kann, weil seine Behauptung nichts mit der Realität zu tun hat, kommt er nicht.  Meine Erfahrungen sind da wie folgt: Unsere lokalen Lehrer wie zum Beispiel Carsten Buchholz / Tango Unterricht an der TU Darmstadt , Mira und Andrés / Encantado del Tango , Hasso und Susanne / Abrazar la Vida oder Daniel und Marianna / Blanco y ...

Zur Systematik der Tango Schritte

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Am letzten Wochenende habe ich an einem Workshop mit Joaquin Amenabar teilgenommen. Wir kennen ihn alle als Autor der Bücher Tango - Zur Musik tanzen / Band 1 und Band 2 . Er hat einen ganz anderen Blick auf die Schrittfolgen im Tango als ich es bisher kannte. Darum muss ich das gedanklich erst einmal sortieren. In diesem Beitrag geht es also darum, die unterschiedlichen Systematiken für Tango Schritte zu beschreiben und dann für das eigene Repertoire das Beste aus allen Welten zu nutzen. Systematik Nummer 1: Die Tanzschul-Systematik Jeder, der schon einmal Tango Unterricht genommen hat, kennt die Abfolge: Man fängt mit den einfachen Schritten an (Gehen) und geht dann weiter zu immer komplizierteren Schrittfolgen (Kreuz, Ochos, Sandwich, Drehungen nach links und nach rechts usw. usf.). Das Kriterium für die Reihenfolge ist letztlich die Körperbeherrschung. Eine Figur ist umso schwieriger, je bessere Körperbeherrschung (Balance, Timing, ...) ich benötige, um sie auszuführen. Die Einordn...

Kurznotiz 43: Max Masri

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Wir alle kennen Max Masri als Gründer von Tanghetto . Er hat mit dieser Band seit 2003 viele Alben aufgenommen und auch mehrfach Tourneen durch Europa gemacht. Ich habe Tanghetto auf dem Tango Festival Rhein-Ruhr in Witten live erlebt. Was ich nun neu gelernt habe: Max Masri hat 2023 zusammen mit Aldo di Paolo das Album Cinematica  (First)  herausgebracht. Der Stil der Musik ist darauf vollkommen anders als wir es von Tanghetto kennen: Nicht mehr ein harter Elektrotango, sondern ganz ruhige, melodische Stücke.  Sehr überraschend, sehr hörenswert. Vielen Dank an Andreas Lange für diesen Tipp!

Kurznotiz 42: Musikempfehlungen von Riedl und Wendel

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Wenn zwei sich streiten... ... kommt manchmal etwas ganz Unerwartetes dabei heraus! Seit einiger Zeit streiten sich die Blogger Kollegen Gerhard Riedl und Klaus Wendel . Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sie sich gegenseitig neue Blog Posts oder zumindest Kommentare widmen. Dabei gab es für mich zwei sehr interessante Musik-Empfehlungen, die ich euch hiermit ans Herz legen möchte: Wusstet ihr zum Beispiel schon, dass der berühmte Jazz Trompeter Dizzy Gillespie 1956 eine Tour durch Südamerika gemacht hat und dabei unter anderem zusammen mit Osvaldo Fresedo vier Tangos aufgenommen hat? Fresedo hat diese Aufnahmen auf dem Album Rendezvous Porteno herausgebracht. Zweitens haben sich Riedl und Wendel über die Gruppe Las Sombras ("Die Schatten") unterhalten. Das ist ein Tango Orchester mit sehr ungewöhnlicher Besetzung: Instrumente sind unter anderem Vibrandoneon, Akkordeon, Piano, Gitarre, Kontrabass, Querflöte und Saxofon. Las Sombras hat zwei Alben herausgebracht: Tango Cafe (...

Literaturübersicht

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Einleitung Bei mir stapelt sich inzwischen eine ganze Menge Tango-Literatur. Höchste Zeit, das mal zu sortieren. Die Kapitel sind angeordnet von leichter Literatur hin zu Büchern, die man mit viel Zeit und Konzentration in Ruhe durcharbeiten muss. Geschichten und Geschichtchen Tango Fatal , herausgegeben von Karin Betz Eine Sammlung von Auszügen aus Romanen, in denen der Tango Argentino eine wichtige Rolle spielt. Besonders interessant finde ich den Auszug aus diesem Roman: Drei Minuten mit der Wirklichkeit von Wolfram Fleischhauer Ein ziemlich heftiger Roman über eine junge Frau, die ein dunkles Familiengeheimnis entdeckt. Sehr spannend geschrieben mit vielen interessanten Gedanken zu den Hintergründen des Tango Argentino. Nichts für zart besaitete Leser. Männer, die Tango tanzen von Lea Jean Martin. Streng genommen geht es in den 54 Kurzgeschichten in diesem Sammelband gar nicht um die Männer, sondern um die Gedanken und Empfindungen von Single-Frauen gegenüber ihren männlichen Tan...

Kurznotiz 41: Das Grundgesetz des Tangos

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Hasso Schubert, der zusammen mit seiner Frau Susanne im Odenwald und den angrenzenden Gebieten Tango Argentino unterrichtet, hat auf seiner Webseite "Abrazar la Vida" ("Umarme das Leben") ein wundervolles Kleinod versteckt: Das Grundgesetz des Tangos. Er nennt es bescheiden "Eine Sammlung von Gedanken zum schönen Tanzen". Und das ist genau der Punkt: In diesem Grundgesetz geht es nicht um ein starres Regelwerk, sondern es spricht in kompakter Form die wesentlichen Themen an, die ein Tango Tänzer beachten sollte, um eine Tanda für alle Tänzer angenehm zu gestalten. Lesens- , nachdenkens- und nachahmenswert!

Kurznotiz 40: Klaus Hügel

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Wie ihr sicherlich alle mitbekommen habt , ist am 25. Februar 2025 das Darmstädter Tango Urgestein Hans Gunia überraschend verstorben. Nun musste die Darmstädter Tango Szene einen weiteren Verlust betrauern: Klaus Hügel, der auf allen Milongas im Rhein-Main Gebiet zu Hause war, ist am 19. September 2025 im Alter von nur 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Heute, am 1. Oktober 2025, wurde er beerdigt. Auf Wunsch seiner Kinder (die selber keinen Tango Argentino tanzen) endete der Trauergottesdienst mit einem Tango, zu dem die Gäste ausdrücklich aufgefordert waren, zu Klaus' Ehren zu tanzen. Das war ein ganz besonderer Moment, der uns allen, Tänzern wie Zuschauern, eine Gänsehaut beschert hat. Aus Sicht der Zuschauer war es ein völlig surrealer Anblick: 20 Menschen stehen aus dem Publikum auf, versammeln sich vor dem Sarg, und ohne ein Wort zu sagen, organisieren sie sich in einer Ronda und fangen gemeinsam an zu tanzen. Ruhig und gelassen, würdevoll, voller Respekt u...

Kurznotiz 39: Why Tango

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Die Tangotänzerin Veronica Toumanova hat in den letzten Jahren auf ihrem Blog 33 Essays veröffentlicht. Der Titel "Why Tango" bedeutet dabei nicht, dass sie in ihren Essays die Sinnfrage "Warum Tango?" stellt, sondern sie erklärt "Warum Tango ein schwieriger Tanz ist" oder "Warum jeder Tangolehrer etwas anderes erzählt". Diese 33 Essays hat sie in zwei Büchern zusammengefasst: Band 1 "Why Tango: Essays on learning, dancing and living tango argentino"  umfasst die ersten 19 Essays, Band 2 "Why Tango: More essays on learning, dancing and living tango argentino"  umfasst die restlichen 14 Essays. Ich finde ihre Texte sehr inspirierend mit viel Stoff zum Nachdenken. Die Texte sind sehr kompakt und bringen die Dinge auf den Punkt. Beispiel: "Wie wird jemand ein fortgeschrittener Tänzer, eine fortgeschrittene Tänzerin? Es ist wie in jedem anderen Bereich: Du musst es wollen , und du brauchst eine regelmäßige Routine des Lernen...

Kurznotiz 38: Ein allerletzter Tango

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Gestern Abend war ein sehr emotionaler Moment: Der Salon Tango in Wiesbaden fand zum allerletzten Mal statt. Nicht nur zum letzten Mal in dieser Theatersaison, sondern zum allerletzten Mal überhaupt. Ich hatte über diese spezielle Milonga schon mehrfach berichtet: Sie fand immer im Foyer des Staatstheaters Wiesbaden statt. Solch ein prachtvolles Ambiente habe ich noch nirgendwo sonst gesehen. Und bei jeder Milonga hat ein Live Orchester gespielt. Es waren sowohl deutsche Orchester dabei als auch junge Orchester aus Argentinien. Ich hatte zum Beispiel zuletzt über La Maquina Invisible berichtet. Gestern Abend hat das Cuarteto (ehemals: Quinteto) Angel unter der Leitung von Christian Gerber gespielt.  Eine ganz besondere Erinnerung verbindet mich mit dem Salon Tango: Genau dort habe ich den perfekten Tango erlebt. Leider gab es durch den Wechsel der Intendanz am Staatstheater Wiesbaden am Ende der letzten Saison eine große Unsicherheit, ob der Salon Tango fortgesetzt werden soll . ...

Kurznotiz 37: Was macht den Tango aus?

Klaus Wendel , ein Urgestein der deutschen Tango Szene, schreibt seit April 2025 seinen Blog weiter. Aktuell schreibt er eine Reihe von Artikeln zum Tango Unterricht. Dabei steht immer das Ziel des Unterrichts im Vordergrund. Das heißt, er beschreibt sehr ausführlich, was gelehrt werden soll, also, was den Tango Argentino ausmacht, bevor er beschreibt, wie er diesen Stoff vermittelt. Warnung : Das sind keine Artikel, die man mal so nebenbei lesen kann. Die muss man mit Verstand durcharbeiten! Viel Stoff zum Üben und zum Nachdenken! Bisher (Stand 17. August 2026) hat er mehr als 60 Teile veröffentlicht: Der Einstieg Kontakt, Umarmung und die Kunst der Führung Die Achsen (ja: Mehrzahl!) im Tango Das Gehen Die Base im parallelen Schrittsystem Figuren, Sequenzen und Improvisation Das gekreuzte Schrittsystem Drehungen Boleos, Ganchos, Llevadas Musikalität Die musikalische Struktur des Tangos Üben mit System Rhythmuslehre im Unterricht Konzepte für Tangoschulen und Tangolehrer Improvisation...

Kurznotiz 36: Vacio

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Vacio  (Spanisch für "Leere") ist ein Stück von Hugo Mastrolorenzo und Agustina Vignau . Grundgerüst des Stücks ist ein Film , der aus zehn surrealen Szenen besteht. Diese Szenen werden um Tänze ergänzt, die live von den Beiden gezeigt werden. Ich habe dieses Stück bei seiner deutschen Erstaufführung im Rahmen des Tango Festivals Rhein-Ruhr gesehen, und es hat mich tief beeindruckt. Es ist schwer zu greifen und noch schwerer zu beschreiben . Man muss es erlebt haben, um es zu verstehen. Die Leere, bzw.: "Der Raum, der nicht gefüllt werden kann.", ist keine Leere im physischen Sinne, sondern eine unerfüllte und unerfüllbare Sehnsucht. Diese Sehnsucht spürbar und im Tango sichtbar zu machen, ist eine künstlerische Meisterleistung von Agustina und Hugo. Tango Argentino ist das perfekte Mittel, um zu zeigen, was Emotionen und Verbindung bedeuten. Wer das Stück in Witten verpasst hat, hat in Deutschland im Rahmen der Europatournee von Hugo und Agustina noch einmal im M...

Kurznotiz 35a: stilvoll

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Als Reaktion auf meinen letzten Blog Beitrag ergab sich eine interessante Diskussion über die verschiedenen Stilrichtungen des Tango. Stefanie Stenzel hat sich die Mühe gemacht, die verschiedenen Stilrichtungen nicht nur zu beschreiben, sondern sie hat diese Stilrichtungen auch in einen zeitlichen Zusammenhang gebracht . Eine sehr gelungene und kompakte Darstellung!

Kurznotiz 35: Early Tangos

Es geht gerade Schlag auf Schlag. In meinen letzten Blog Beitrag hatte ich behauptet: "Wir wissen alle, dass die Art, wie heutzutage Tango Argentino getanzt wird, nur noch sehr wenig mit dem Tango zu tun hat, der vor 100 Jahren getanzt wurde." Bisher wusste ich das nur aus Beschreibungen. Aber jetzt kann ich diese Behauptung mit Filmmaterial untermauern. Ich bin zufällig auf die Early Tangos  Playlist gestoßen, die Walter Nelson auf YouTube veröffentlicht hat . Diese Filme enthalten sowohl Lehr-Videos als auch Tango-Szenen, die aus verschiedenen Filmen der Jahre 1913 bis 1937 entnommen wurden. Wir sehen in diesen Filmen also keine Amateure, sondern, wie die Profis getanzt haben. Man kann gut sehen, dass damals tatsächlich beim Tango nur gegangen wurde. Es gab nicht einmal ein Kreuz und auch noch keine Giros, Moulinetten oder Medialunas. Von Volcadas, Colgadas und Hebefiguren brauchen wir gar nicht erst zu reden. Und selbstverständlich haben die Herren den Raum zwischen den B...

Kurznotiz 34: La Máquina Invisible

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Was für ein schöner Zufall: Kaum habe ich geschrieben, dass mich die aktuellen musikalischen Entwicklungen im Tango interessieren , da erreicht mich von Gabriel Sala die Einladung zum nächsten Salon Tango im Staatstheater in Wiesbaden . Wie immer spielt auf dieser Milonga ein Live Orchester. In diesem Fall ist es La Máquina Invisible  aus Argentinien. In seiner Einladung schreibt Gabriel: "In den zehn Jahren ihrer Karriere hat sich La Máquina Invisible als eines der herausragendsten Tango-Quintette der neuen argentinischen Musikszene etabliert. Die Gruppe wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, darunter 2017 der Sieg beim Ersten Internationalen Wettbewerb für Neue Tango-Ensembles (auch bekannt als Tango-Weltcup), bei dem sie sich gegen 57 Orchester aus aller Welt durchsetzen konnte.  Ihr Repertoire reicht von den großen Klassikern des Tanz-Tangos bis hin zu innovativen Eigenkompositionen der Quintett-Mitglieder. Dabei vereint die Musik von La Máquina Invisib...

Warum blogge ich?

Mein Blogger-Kollege Yokoito hat mich gestern am Rande einer Milonga auf seinen neuesten Blog Artikel angesprochen. In seinem Beitrag stellt er einige Fragen zum aktuellen Stand der Tango Blogs. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist, dass "probably all the stories have been told already multiple times."  Das wäre schon mal der erste Punkt, bei dem ich ihm widersprechen möchte. Ich habe meinen Blog ja genau deswegen gestartet, weil ich viele Informationen vermisse. Praktisch alle Blogs, die ich kenne, sind "von Experten für Experten" geschrieben. Für Menschen wie mich, die den Tango erst lernen wollen, enthalten sie sehr wenige brauchbare Informationen. Die Frage, die am Anfang hinter meinem Blog stand, war: "Was hätte ich gerne in meinem Tango Unterricht gelernt, von dem ich heute weiß, dass es mich zu einem besseren Tänzer macht?" Diese Geschichten wurden definitiv noch nicht mehrfach erzählt.  Und sie werden erst recht nicht unterrichtet. Ein Themenkomp...