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Wohin fließt die Energie?

Bekanntlich gibt es vom Tango drei verschiedene Varianten: Tango, Valse und Milonga. Der Unterschied wird üblicherweise festgemacht am Takt: 4/4 beim Tango, 3/4 beim Valse und 2/4 bei der Milonga. Das ist auch völlig richtig um zu erkennen, welche Musik gerade gespielt wird. Aber was bedeutet das nun für meinen Tanz? Die drei Viertel beim Valse werden (im Gegensatz zum Wiener Walzer) nicht wirklich getanzt. Es wird immer nur der erste von den drei Tönen getanzt, sodass sich die Figuren an das im Tango übliche 4-Schritte Muster anpassen. Was wiederum dazu führt, dass viele Tänzer im Valse dieselben Figuren tanzen wie im Tango. Und da die Milonga das gleiche Taktschema hat wie der Tango, ist auch hier die Versuchung groß, bei einer Milonga dieselben Figuren zu tanzen wie beim Tango. Ich finde diese Unterscheidung nach Taktschlag für mich als Tänzer daher nicht so wirklich hilfreich. Tango, Valse und Milonga sind für mich drei Tänze mit vollkommen unterschiedlichen Charakteristika.  Darum

Kurznotiz 17: Sascha Weinberger

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Nach meinen Empfehlungen zum Neotango habe ich auch noch eine Empfehlung für einen traditionellen DJ (TDJ): Sascha Weinberger . Ja, es gibt viele gute TDJs. Aber ich kenne niemanden, der genauso viel über die traditionellen Orchester und ihre Musik weiß wie Sascha. Aus seinem schier unglaublichen Wissen heraus gestaltet er seine Tandas einerseits so, dass sie in sich konsistent sind und die einzelnen Stücke einer Tanda gut zueinander passen. Andererseits lassen sich die Tandas klar voneinander unterscheiden, sodass sie niemals langweilig werden, sondern so, dass man bei jeder neuen Tanda wieder erneut Lust bekommt, sich auf die Tanzfläche zu begeben. Wenn ihr im Rhein-Main-Neckar Gebiet unterwegs seid und die Gelegenheit habt, zu Saschas Musik zu tanzen, dann nutzt das. Ihr werdet es nicht bereuen.

Kurznotiz 16: Anna Neum

Es gibt unter den Tango Tänzern etliche Vorbehalte gegenüber dem Neotango / Nontango Bereich. Der Hauptvorwurf dabei ist, dass die Musik zu eintönig ist. Keine Kreativität, immer derselbe Beat. Laaangweilig! Ich lehne mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster und behaupte: Wer auch immer dieser Ansicht ist, hat offensichtlich noch nie Anna Neum  gehört und gesehen. Sie arbeitet (nebenberuflich) als Neotango DJane und ich habe sie in den letzten 12 Monaten auf mehreren Neotango Festivals bzw. Marathons live erlebt, unter anderem in Ludwigshafen, Baden-Baden und München. Es gibt inzwischen einige gute Neotango DJs. Aber für mich ist sie eindeutig die Beste.

Kurznotiz 15a: Auf dem Holzweg

Ich hatte vor einigen Tagen einen Blog Beitrag verfasst über eine Musik, die mich sehr bewegt hat. Mein Blogger Kollege Gerhard Riedl hat diesen Beitrag (und die dazugehörige Diskussion auf Facebook) zum Anlass genommen, meinen Beitrag mit einem eigenen Blog Beitrag zu kommentieren. Sein Beitrag ist Realsatire vom Feinsten. Der Beitrag beginnt mit dem folgenden Bekenntnis: Nun fällt mir schon die Vorstellung schwer, mich überhaupt auf einem Neotango-Marathon zu befinden – gar nach Mitternacht. Er kann meine Stimmung also gar nicht nachvollziehen, schreibt aber trotzdem darüber. Das ist schon mal ein interessanter Ansatz! Dann hört er sich die Musik an und sie gefällt ihm nicht. So weit, so gut: Geschmäcker sind nunmal verschieden. Anschließend kommt er zum eigentlichen Thema, das er im Titel seines Beitrags angedeutet hat: Muss ich jetzt performen? Ausgangspunkt für diese Frage ist die Diskussion auf Facebook, wo ich meinen Beitrag gepostet habe. Dort hat Andreas Lange den folgenden

Challenge Accepted!

In diesem Blog Beitrag möchte ich ein paar Gedanken zur Tanzhaltung festhalten. Äußerer Anlass dafür sind zwei aktuelle Blog Beiträge meines Blogger Kollegen Gerhard Riedl, in denen er sich zu seinem eigenen Tanzstil äußert. In seinem ersten Beitrag  schreibt er: Eine enge Tanzhaltung verwende ich nur, um fallweise die Innigkeit der Musik auszudrücken. Ansonsten arbeite ich oft mit Promenaden, Schattenpositionen und sehr weiten Abständen. In seinem zweiten Blog Beitrag heißt es: Auffallen könnte höchstens, wer in weiterem Abstand tanzt oder diese Haltung fallweise auflöst. Dann ist es nicht mehr weit bis zur Diagnose  „Neotango“  – igitt! Wer also aneinander gepappt tanzen will, hat meinen vollen  Segen  – so lange man es mir nicht aufzwingt. Ebenso, wer im tangotypischen Alter nackend durchs Thermalbad hüpfen möchte. Für mich ist das keine Frage der  Moral , sondern höchstens der  Ästhetik . Und auf dem Parkett: der  Bewegungsfreiheit . Diese Aussage finde ich sehr interessant, weil

Wer geht auf den Taktschlag?

In der letzten Zeit war ich viel unterwegs und habe einige unterschiedliche "Denkschulen" / Herangehensweisen kennengelernt. Früher hätte ich gesagt: Beide Seiten haben gute Argumente und man muss selber ausprobieren, was am besten zu einem passt. Aber inzwischen habe ich bei vielen Themen doch eine sehr klare Meinung. Ich möchte daher in den kommenden Blog Beiträgen bei einigen Details erklären, welche Varianten es gibt und welche davon für mich gut funktionieren und welche nicht. In diesem Beitrag geht es um folgendes Problem: Der Führende und die Folgende setzen ihre Schritte zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Den genauen Ablauf der Kommunikation im Paar und zum Timing der Bewegungen habe ich in diesem Blog Beitrag beschrieben. Für das Timing gilt dabei: Erst dann, wenn sich die Folgende in Bewegung gesetzt hat, setzt der Führende seinen eigenen Schritt. Mit seinem Schritt begleitet der Führende den Schritt der Folgenden. Sein Schritt beginnt also  immer  nach ihrem Schrit

Kurznotiz 15: Babel

Stell Dir vor, Du bist auf einem Neotango Marathon. Es ist 2 Uhr morgens. Du tanzt schon seit sechs Stunden, mit nur wenigen Pausen. Sowohl Dein Kopf als auch Dein Körper sagen Dir, dass Du sowohl mental als auch physisch am Ende Deiner Kräfte angekommen bist. Aber dann ertönt diese Musik . Und Du weißt sofort, dass Du auf die Tanzfläche musst und noch nicht ins Bett gehen kannst.