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Kurznotiz 49: Ariel Prat

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Es gibt immer wieder Ereignisse, die zeigen, wie privilegiert man ist, wenn man im Rhein-Main-Neckar Raum Tango Argentino tanzen kann. Am 10. Oktober 2026 gab es wieder ein solches Ereignis: In der Tanzwerkstatt in Darmstadt wurde von der Tangoinitiative Darmstadt eine Milonga veranstaltet , auf der unter anderem der argentinische Sänger Ariel Prat aufgetreten ist. Wer ihn nicht kennt: Ariel Prat hat 2025 mit seinem Album  Pratanguero: 3° Esquina, La Que Se Alumbra und 2026 mit seinem Album  Pratanguero: 4° Esquina Final den  Premios Gardel in der Kategorie Bestes Tango Album gewonnen. Beide Alben sind bei Amazon und den üblichen Streaming Plattformen erhältlich. Bei dieser Musik steht der Sänger (und nicht das Orchester) im Vordergrund. Die instrumentelle Begleitung ist eher dezent und wird hauptsächlich auf der Gitarre gespielt.  Seine Musik ist nicht so todernst wie man es von den meisten anderen Stücken im Tango gewohnt ist. Sie ist eher mit einem Augenzwinke...

Kurznotiz 48: Tom Tabaczynsky

Manche Satire schreibt sich praktisch von selbst: Nachdem der bekannte Tango Blogger Gerhard Riedl seit vielen Jahren betont, wie wichtig es für ihn ist, beim Tanzen möglichst viel freien Raum zu haben, hat er nun auf seinem Blog einen Artikel veröffentlicht , in dem das genaue Gegenteil beschrieben wird: Was man auf den Milongas im Zentrum [von Buenos Aires] sieht, sind Tänzer, die sich an eine volle Tanzfläche anpassen. Sie drehen auf der Stelle und rücken dann in der Ronda auf den nächsten freiwerdenden Platz vor. Mehr ist es nicht. Dieser Tango lässt sich also nur erlernen, indem man im natürlichen Kontext der vollen Milonga tanzt. Der Kontext unterrichtet. Genau das hatte Klaus Wendel in seinem Blog schon mehrfach beschrieben: Der verfügbare Raum muss beim Tango Argentino (genauso wie in anderen Paartänzen) berücksichtigt werden . Je enger der verfügbare Raum ist, desto bewusster muss man seine Schritte wählen. Und ja: Genau das sollte auch unterrichtet werden . Riedl hat diesen g...

Kurznotiz 47: Nicht unbedingt. Aber vielleicht.

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Der bekannte Tango Blogger Gerhard Riedl hat in einem aktuellen Blog Beitrag ein revolutionäres Konzept zum Anfänger Unterricht vorgestellt, das den üblichen Tango Unterricht komplett überflüssig macht. Nachdem er zunächst ausführlich bespricht, was man als Anfänger nicht machen sollte, kommt am Schluss des Artikels seine Quintessenz aus mehr als 20 Jahren Tango Erfahrung: Mein Rat an Beginner ist stets derselbe: Sucht nach Leuten, deren Tanzstil euch gefällt – vielleicht üben die mal mit euch.  Donnerwetter! Was für eine geniale Eingebung! Dieser Vorschlag wird den Tango Unterricht komplett obsolet machen und die Anfänger in Scharen zum Tango Argentino bringen. Für diesen Tanz müssen andere Tänzer jahrelang lernen und sie müssen sich den Tanz erst in unzähligen Practica erarbeiten. Aber diese neue Methode macht sie in Nullkommanichts begnadeten Tänzern, die sich auf jeder Milonga absolut sicher bewegen können. Selbstverständlich auch (bzw.: Erst Recht!) zu komplexerer Musik. Ich ...

Kurznotiz 46: Tango Fast Track

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Hätte ich das doch bloß vorher gewusst: Laut der Tango Canada Academy dauert es lediglich 12 Wochen, maximal 4 Monate, bis sich ein völliger Anfänger ohne jegliche Tanzerfahrung mit verschiedenen Tanzpartnerinnen auf einer Milonga sicher bewegen kann. Und zwar mit einem Aufwand von einer Unterrichtsstunde pro Woche mit ein bisschen regelmäßigem Training allein zu Hause. How long to learn Argentine tango as a complete beginner is often 6 to 10 weeks to feel functional, and about 3 to 4 months to feel socially confident. Der Ablauf im Einzelnen: Die Grundschritte lernt man innerhalb von ein bis zwei Wochen. In den nächsten vier Wochen lernt man Balance, Haltung, Umarmung, Drehungen. In den restlichen sechs Wochen lernt man, wie man sicher auf einer Milonga tanzt. Und das war's! Faszinierend. Also irgendwas habe ich (und alle meine Lehrer und auch alle Tänzer, die ich persönlich kenne) komplett falsch gemacht. Ich habe Jahre (und nicht Wochen) gebraucht, um alle diese Dinge zu lernen...

Kurznotiz 45: El Cartel

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Ein neuer Stern ist am Tangohimmel erschienen: Die Band El Cartel. Sie haben gerade ihr erstes Album El Enganche Initial veröffentlicht. Es enthält 26 Stücke. Allesamt selbst komponierte Studioaufnahmen.  Wobei der Begriff "komponiert" in die Irre führt. El Cartel ist keine Band im klassischen Sinne. Sie verstehen sich als ein musikalisches Projekt, zu dem zu verschiedenen Zeiten verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten ihre Beiträge beisteuern. Die Arbeitsweise wird in ihrem Manifest wie folgt beschrieben: Our method is bricolage. We collect fragments. We combine traditions. We connect distant influences. We cross borders between genres, cultures, disciplines, technologies, and generations. We honor the past by creating something new from it. Und das Ergebnis kann sich sehen (oder vielmehr: hören) lassen. Es ist tatsächlich etwas komplett Neues entstanden, das man nicht wirklich musikalisch einordnen kann. Ungewohnt, aber trotzdem eindeutig mit dem traditione...

Kurznotiz 1a: Dance me to the End of Noise

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Am vorletzten Wochenende hat die Tanzschule Intango in Heidelberg das Heidelberg Live Weekend 2026 veranstaltet. An drei Abenden spielte jeweils ein Live Orchester. Am 23. Mai 2026 war  El Cachivache zu Gast. Ich hatte vor zwei Jahren schon einmal einen Beitrag über El Chivache geschrieben , weil ihr neues Stück Nosotros so gar nicht zu ihrem Tango Punk Stil passt. Ende 2025 hat El Cachivache ein neues Album Dance me to the End of Noise herausgebracht. Darin setzen sie diesen neuen Stil fort. Insbesondere ist Ghagabugo völlig anders als man es von El Cachivache gewohnt ist. Natürlich sind alle Stücke immer noch wunderschön und sehr gut tanzbar. Die Mitglieder der Band tanzen ja auch alle. Aber der Stil der Musik ist eben ganz anders als bisher. Nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit, kurz mit Vito Venturino über diesen Wechsel zu sprechen. Nachdem El Cachivache viele Jahre lang mit ihrem Stil als Tango Punks überaus erfolgreich waren: Warum machen sie nun solch sanfte Musi...

Kurznotiz 44: Nachrichten aus einem Paralleluniversum

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Mein Blogger Kollege Gerhard Riedl hat in diesem Beitrag  gefragt, warum ich (insbesondere im Vergleich zu ihm) so selten etwas in meinem Blog veröffentliche. Nun, die Antwort ist ganz einfach, aber ich fürchte, dass sie ihm nicht gefallen wird: Mir fehlt einfach die Fantasie, mir jeden Tag solchen Unsinn auszudenken wie er es regelmäßig schafft. Nehmen wir folgendes einfaches Beispiel: Gerhard fragt, warum ihm niemand erklären kann, weshalb  Tango Lehrer den Tanz mit ihren Schülern scheuen wie der Teufel das Weihwasser . Diese Behauptung hat er schon in mehreren Artikeln verbreitet. Auf die naheliegende Antwort, dass niemand diese Frage beantworten kann, weil seine Behauptung nichts mit der Realität zu tun hat, kommt er nicht.  Meine Erfahrungen sind da wie folgt: Unsere lokalen Lehrer wie zum Beispiel Carsten Buchholz / Tango Unterricht an der TU Darmstadt , Mira und Andrés / Encantado del Tango , Hasso und Susanne / Abrazar la Vida oder Daniel und Marianna / Blanco y ...