Kurznotiz 48: Tom Tabaczynsky
Manche Satire schreibt sich praktisch von selbst:
Nachdem der bekannte Tango Blogger Gerhard Riedl seit vielen Jahren betont, wie wichtig es für ihn ist, beim Tanzen möglichst viel freien Raum zu haben, hat er nun auf seinem Blog einen Artikel veröffentlicht, in dem das genaue Gegenteil beschrieben wird:
Was man auf den Milongas im Zentrum [von Buenos Aires] sieht, sind Tänzer, die sich an eine volle Tanzfläche anpassen. Sie drehen auf der Stelle und rücken dann in der Ronda auf den nächsten freiwerdenden Platz vor. Mehr ist es nicht.
Dieser Tango lässt sich also nur erlernen, indem man im natürlichen Kontext der vollen Milonga tanzt. Der Kontext unterrichtet.
Genau das hatte Klaus Wendel in seinem Blog schon mehrfach beschrieben: Der verfügbare Raum muss beim Tango Argentino (genauso wie in anderen Paartänzen) berücksichtigt werden. Je enger der verfügbare Raum ist, desto bewusster muss man seine Schritte wählen. Und ja: Genau das sollte auch unterrichtet werden.
Riedl hat diesen gut begründeten Beschreibungen von Wendel bisher immer heftigst widersprochen. Deswegen meidet er Encuentros und verunglimpft das Tanzen auf engem Raum. Umso bemerkenswerter ist es, dass er nun auf seinem Blog einen Artikel veröffentlicht, der genau dieses Konzept unterstützt - und er widerspricht mit keinem Wort. Offenbar weiß er inzwischen selber nicht mehr, was er eigentlich will.
Eine Empfehlung zum Schluss: Klaus Wendel hat gerade einen sehr lesenswerten Kommentar zu den Büchern von Tom Tabaczynsky veröffentlicht.
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