Kurznotiz 44: Nachrichten aus einem Paralleluniversum

Mein Blogger Kollege Gerhard Riedl hat in diesem Beitrag gefragt, warum ich (insbesondere im Vergleich zu ihm) so selten etwas in meinem Blog veröffentliche. Nun, die Antwort ist ganz einfach, aber ich fürchte, dass sie ihm nicht gefallen wird: Mir fehlt einfach die Fantasie, mir jeden Tag solchen Unsinn auszudenken wie er es regelmäßig schafft.

Nehmen wir folgendes einfaches Beispiel: Gerhard fragt, warum ihm niemand erklären kann, weshalb Tango Lehrer den Tanz mit ihren Schülern scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Diese Behauptung hat er schon in mehreren Artikeln verbreitet.

Auf die naheliegende Antwort, dass niemand diese Frage beantworten kann, weil seine Behauptung nichts mit der Realität zu tun hat, kommt er nicht. 

Meine Erfahrungen sind da wie folgt: Unsere lokalen Lehrer wie zum Beispiel Carsten Buchholz / Tango Unterricht an der TU Darmstadt, Mira und Andrés / Encantado del Tango, Hasso und Susanne / Abrazar la Vida oder Daniel und Marianna / Blanco y Negro in Darmstadt tanzen im Unterricht selbstverständlich mit ihren Schülern. Und nicht nur das: Ich treffe sie auch regelmäßig auf den einschlägigen lokalen Milongas. Und (Überraschung!): Dort tanzen sie nicht nur mit ihresgleichen, sondern auch mit ihren Schülern.

Das Gleiche beobachte ich, wenn ich unterwegs bin. Egal ob Nord (Vio und Roberto / Tangoforge) oder Süd (Steffi / Steffitango), ob West (Iwan und Isabella / Elonga) oder Ost (Sebastian und Tanya / Blanco y Negro in Regensburg): Ich treffe überall Tango Lehrer, die mit ihren Schülern tanzen. Sowohl im Unterricht als auch auf den Milongas.

Insofern hat die Behauptung von Gerhard Riedl mit meiner Realität nichts zu tun. Es ist eine Nachricht aus einem anderen Paralleluniversum.

Gerhard sagt, dass er einen individuellen Tanzstil bevorzugt. Dann könnte er seine Behauptung ja recht einfach einem Realitätscheck unterwerfen: Vio und Iwan unterrichten auf dem Neotango Summer Camp in Gut Frohberg. Das dürfte inhaltlich auch für ihn interessant sein. Tagsüber gibt es Unterricht und an jedem Abend gibt es eine Milonga. Dort könnte er selber sehen, ob die Lehrer im Unterricht und auf den Milongas mit ihren Schülern tanzen oder nicht.

Aber ich bin mir recht sicher, dass Gerhard an dem Summer Camp nicht teilnehmen wird. Denn wenn die Realität im Widerspruch steht zu seinem Weltbild und seinen Vorurteilen, dann meidet er nach meinen Erfahrungen diese Realität wie der Teufel das Weihwasser. 

Nachtrag vom 31. Mai 2026: Gerhard Riedl hat inzwischen bestätigt, dass er an dem Neotango Summer Camp nicht teilnehmen wird. Stattdessen fordert er, dass man ihm Videos zeigen soll, auf denen Lehrer mit ihren Schülern tanzen. 

Leider fürchte ich, dass die Welt nicht dazu da ist, um Gerhards Wünsche zu erfüllen. Was fordert er als nächstes? Eine eidesstattliche Erklärung, dass auf solch einem Video wirklich ein Lehrer mit einem seiner Schüler tanzt? Verbunden mit einer notariell beglaubigten Kopie des Personalausweises oder Reisepasses?

Sorry, aber das ist mir einfach zu lächerlich. Lieber Gerhard: Schau es dir mit eigenen Augen an oder lass es.



Kommentare

  1. Lieber Helge,
    du müsstest dir ja in deinem Tango-Blog keinen Unsinn ausdenken. An könntest doch die Leserinnen und Leser an deiner Begabung und Erfahrung teilhaben lassen, statt mal wieder auf mich zu kommen.
    Die von dir genannten Paare sind mir zumindest aus ihren Veröffentlichungen halbwegs bekannt. Sie stehen aber nicht für die üblichen Tangolehrer. Klaus Wendel beispielsweise lehnt es ab, mit seinen Schülerinnen zu tanzen. Vielleicht könntet ihr euch darüber mal austauschen.
    Interessant wäre es, wenn du aus deiner eigenen Unterrichtspraxis berichten würdest.
    Dass du für eine bestimmte Veranstaltung Werbung machst, sei dir gestattet.
    Realitäten gegenüber bin ich stets aufgeschlossen. Ich frage mich halt, warum Tangolehrer-Paare in Hunderten von YouTube-Videos ausschließlich miteinander tanzen. Und ja – ich habe es vielfach persönlich erlebt, dass die Lehrkräfte sich auf Milongas in die hinterste Ecke verkrümeln und lediglich bei ihrem Show-Auftritt aktiv werden. Bestenfalls für die Veranstaltenden fällt dann noch ein Pflichttanz ab.
    Aber gut – es freut mich ja, wenn sich da etwas ändern sollte. Vielleicht kann man die Tangowelt dann mal mit einigen Videos beglücken.

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    1. Ich weiß nicht, was für Dich "die üblichen Tangolehrer" sind. Meine Erfahrungen habe ich geschildert. Für mich ist es üblich, dass Lehrer im Unterricht mit ihren Schülern tanzen.
      Insofern: Ja, es mag durchaus auch Tangolehrer geben, die nicht mit ihren Schülern tanzen. Aber du hast geschrieben, dass die ganze Branche den Tanz mit den eigenen Schülern scheut wie der Teufel das Weihwasser. Und das ist nicht die Realität, die ich Woche für Woche erlebe.

      Zu meinen Erfahrungen in meinem eigenen Unterricht: Ich maße mir nicht an, die Themen des Tango Unterrichts besser beschreiben zu können als Klaus Wendel es verdienstvollerweise in seinen mehr als 50 sehr ausführlichen Beiträgen getan hat. Und wenn ich im Detail etwas ergänzen wollte, dann habe ich den Artikel auf seinem Blog entsprechend kommentiert.

      Warum Tangolehrer in YouTube Videos nur miteinander tanzen ist doch offensichtlich: Jedes Video ist auch Werbung für ihren Unterricht. Jeder potentielle Schüler kann sich so ein Bild von beiden Lehrern machen. Ich sehe darin keinen Nachteil.

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    2. Die beste Werbung wäre, tanzende Schüler zu sehen. Dann erkennt man den Effekt des Unterrichts.

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    3. Riedls Wunsch, Tangoschulen sollten ihre Schüler offen in Videos im Netz präsentieren, verlangt ein Fingerspitzengefühl, das ihm auch in dieser Frage offenbar völlig abgeht.
      Nicht jeder Tanzschüler möchte sich den Blicken eines anonymen Internet-Publikums aussetzen. Schon gar nicht in einer Phase, in der neue Fähigkeiten gerade erst entstehen, noch unsicher sind und eben nicht perfekt aussehen können. Unterricht ist ein geschützter Lernraum. Wer dort lernt, ist nicht automatisch Material für die Öffentlichkeitsarbeit seines Lehrers.
      Tanzschüler sind auch nicht dafür verantwortlich, die Kompetenz ihrer Lehrer in Werbefilmen zu belegen. Sie kommen in den Unterricht, um zu lernen – nicht, um sich als Beweisstück in einer öffentlichen Debatte zur Verfügung zu stellen.
      Wer an meinem Unterricht teilnehmen möchte, kann jederzeit gerne vorbeikommen, zuschauen und sich selbst ein Bild machen. Das ist diskret, direkt und nicht aufdringlich. Selbstverständlich frage ich vorher die Gruppe, ob sie damit einverstanden ist. Genau darin liegt der Unterschied: Man nimmt die Interessen der Schüler ernst, statt sie ungefragt zum öffentlichen Anschauungsmaterial zu machen.
      Aber wie so oft fordert Riedl Dinge, die er in ihrer Konsequenz nicht zu Ende denkt. Er schießt großmäulige Forderungen in den Äther, die sich bei näherem Hinsehen als deutlich komplizierter erweisen. (Und wieder einmal landet man beim Brandolini-Gesetz: Einen schnell hingeworfenen Bullshit-Satz zu widerlegen, kostet ein Vielfaches der Mühe, die es gebraucht hat, ihn zu formulieren.)
      Dass die Realität vieler Tangoschulen weit differenzierter ist, scheint ihn ohnehin nicht sonderlich zu interessieren. Ob Lehrer mit ihren Schülern tanzen, ob sie ihre Entwicklung begleiten, ob sie Verantwortung für den geschützten Rahmen des Lernens übernehmen – all das verschwindet hinter der nächsten steilen Behauptung.

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    4. Natürlich muss man die Schülerinnen (!) und Schüler vorher fragen, bevor man solche Videos ins Netz stellt. Auf YouTube gibt es unzählige Aufnahmen von Milongas, auf denen man Laien tanzen sieht. Offenbar erhebt sich da kaum Widerspruch.
      Nur sieht man dort halt nicht, wo die Leute Tango gelernt haben. Offenbar scheuen Tangolehrkräfte genau diesen Rückschluss.

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  2. Natürlich musste Riedl sofort wieder sein Gesicht wahren. Das Muster bleibt dasselbe: große Geste, Bibelzitat, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, wichtige Auslassungen – und am Ende die scheinheilige Klage, ich würde wieder Gräben aufreißen.
    Dabei ist zwischen uns längst kein Graben mehr. Das ist ein Marianengraben.
    Zum Kern: Riedl erklärt Erfahrungsberichte von Helge Schütt und mir einfach für nicht überzeugend. Nicht mit Gegenbelegen, sondern aus sicherer Distanz, auf seinem eigenen Blog, wo er beliebig zuschneiden, auslassen und kommentieren kann.
    Besonders bezeichnend ist sein Satz:
    „Euer ganzes Gedöns überzeugt mich nicht, solange ich nicht eure Schülerinnen und Schüler tanzen sehe – gerne auch mit euch.“
    Und dann die große Gnade:
    „Diese Früchte würde ich anerkennen.“
    Danke, wie großzügig.
    Nach dieser Logik müssten Tangolehrer also mit ihren Schülern bei Riedl vortanzen, damit er höchstpersönlich entscheidet, ob ihre Arbeit etwas taugt. Der selbsternannte Verwalter des wahren Tangos verteilt Anerkennung.
    Nur: Tanzschüler sind keine Beweisstücke. Und Unterrichtserfolge müssen nicht vor einem Blogger-Tribunal vorgeführt werden.
    Wenn hier jemand nicht unter Größenwahn leidet, dann vielleicht nur deshalb, weil er ihn längst zum Prinzip gemacht hat.

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    1. Offenbar veröffentlicht man hier meine Kommentare nicht mehr. Na gut - man kann es ja bei mir nachlesen.

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  3. Hallo Helge,
    bitte entschuldige, dass ich hier auf Deinem Blog auf Riedls Kommentar antworte. Auf seinem Blog hätte meine Antwort vermutlich keine Chance gehabt. Ich beziehe mich auf folgenden Kommentar: https://milongafuehrer.blogspot.com/2026/05/was-man-den-fruchten-erkennt.html?showComment=1780089488439#c1913763881749009725
    Mal davon abgesehen, dass man dafür gar nicht so weit fahren muss, bin ich manchmal fassungslos über diese Anmaßung. Gerhard Riedl verweigert die Teilnahme an konkreten Veranstaltungen, urteilt aber trotzdem munter weiter. Wenn er alters- oder gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, die Tangowelt vor Ort zu begutachten, ist das menschlich völlig verständlich. Nur müsste er dann eben auch zurückhaltender urteilen. Er schaut sich Videos an und glaubt daraus ableiten zu können, dass Tango-Lehrer es scheuen mit Tanzschülerinnen zu tanzen "wie der Teufel das Weihwasser", und das bundesweit, eine Pauschalaussage nur aus Perspektive seines YouTube-Horizonts. Donnerwetter! Kann man das ernst nehmen?
    Stattdessen verlangt er, man solle ihm die „Beweise“ riedl-gerecht liefern: nicht durch eigene Anschauung, nicht durch Begegnung, nicht durch Teilnahme, sondern möglichst aus sicherer Entfernung – also per Video-Beweis. Wie stellt er sich das konkret vor? Aber genau das ist das Problem. Bei ihm hilft offenbar weder ein plausibles Argument noch ein konkretes Angebot zur direkten Inaugenscheinnahme. Er lenkt sowieso nie ein. Also ist es im Grunde sinnlos, ihm solche Angebote überhaupt zu machen.
    Für die Allgemeinheit ist das ohnehin irrelevant. Wer Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern tanzen sehen möchte, kann das tun. Dazu braucht es kein Blogger-Tribunal.
    Noch fragwürdiger wird es, wenn Riedl meint, daraus Lehrqualität ableiten zu können. Welche Qualität hofft er dort eigentlich zu erkennen – zumal als Laie? Einerseits lästert er über Lehrende, die angeblich ihren Schülerinnen und Schülern den eigenen Stil aufzwingen: https://milongafuehrer.blogspot.com/2026/05/was-man-den-fruchten-erkennt.html?showComment=1780089488439#c1913763881749009725
    „Ich habe genügend Tangolehrende erlebt, die ihre persönliche Tanzweise für alleinseligmachend hielten (Anm.:…dass das alle Tangolehrer glauben, bezweifle ich.) und die Lernenden zu kleinen Kopien machen wollten – die so geradezu verhinderten, dass sich ein eigener Tanzstil entwickeln konnte.“
    Andererseits fordert er selbst:
    „Tango lernt man am besten im Zweier-Kontakt mit einem erfahreneren Partner.“
    Ja, was denn nun? Wenn der direkte Kontakt mit einer erfahrenen Person angeblich der beste Lernweg ist, dann kann man nicht gleichzeitig so tun, als sei genau dieser Einfluss grundsätzlich verdächtig. Natürlich prägt Unterricht. Natürlich färbt auch ein erfahrener Tanzpartner stilistisch ab. Die Frage ist nicht, ob Einfluss stattfindet, sondern wie bewusst und verantwortungsvoll damit umgegangen wird.
    Diesen Widerspruch löst Riedl nicht auf. Er benutzt ihn nur je nach Bedarf: Mal ist der erfahrene Partner der beste Weg zum Lernen, mal ist der Einfluss von Lehrenden eine Gefahr für die Eigenständigkeit. Das passt nicht zusammen.
    Hier erscheint wieder das alte Muster: Gegenrede als Selbstzweck, Hauptsache Opposition. Der Himmel ist grün – aber nur, weil Riedl die grüne Markise nicht hochziehen will.
    Liebe Grüße
    Klaus Wendel

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    1. Ich habe den Kommentar auf meinem Blog veröffentlicht und beantwortet.

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  4. Lieber Helge,
    zu deinem „Nachtrag“: Ich „fordere“ überhaupt nichts.
    Allerdings frage ich, warum Tangolehrkräfte fast ausschließlich Videos veröffentlichen, auf denen sie selber tanzen. Ich fände es halt interessanter, deren Schüler auf dem Parkett zu sehen. Dann könnte man nämlich erkennen, was die wirklich gelernt haben.
    Weiterhin bitte ich, von dem Dreh abzusehen, mir irgendwelche „Einladungen“ zu schicken in der Hoffnung, dass ich sie ablehne und man daraus wieder ein Argument gegen mich basteln kann. Ich weiß nicht, welche Leserinnen und Leser man damit überzeugen möchte.

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    1. Da Riedl offensichtlich nicht nachgeben will (wie könnte man das auch erwarten?), schreibe ich es einmal in aller Deutlichkeit:
      In diesem Kommentar verlangt Riedl von anderen genau das, wovor er sich selbst schützt: öffentlich vorgeführt zu werden und anschließend Stoff für Häme zu liefern.

      Ich lese diesen Wunsch nach Schüler-Videos vielfach in seinem Blog, inzwischen auch hier. Nach außen soll das wie ein gutgemeinter Wunsch nach sichtbaren Unterrichtsergebnissen wirken. Tangolehrer sollen ihre Erfolge transparent machen. Öffentlich. Klingt erst einmal gut.
      Aber was steckt wirklich dahinter? Nichts Gutes. (Vielleicht eine Retourkutsche?)
      Im Grunde erwartet er, dass Tangoschulen vor ihm die Hosen runterlassen: für seinen prüfenden Blick, für seine Häme, für seine nachträgliche Besserwisserei.
      Was er dabei offenbar nicht verstehen will: Die meisten Videos von Tangolehrern sind keine Prüfungsprotokolle. Sie sind Werbefilme. Sie sollen Kursteilnehmern etwas zur Nachschau geben und dem öffentlichen Publikum zeigen, welche Themen, Ideen und Bewegungsqualitäten dieses Lehrerpaar anbietet.
      Was er verlangt, könnte auf Leser wirken, als fordere er einen Werbefilm für Spülmittel: einmal mit dem Schwamm durch die angebrannte Pfanne, und schon bleibt ein blitzblanker Streifen zurück.
      So könnte man auch Tango-Unterricht inszenieren: vorher unbeholfen, nachher souverän. Nur wäre das eben eine Inszenierung – mit viel Technik, viel Übungszeit und Schülern, die bereit sind, sich öffentlich vorführen zu lassen.
      Ich kenne keine Tangoschule, die einem ernsthaft interessierten Menschen den Blick in eine Unterrichtseinheit verwehren würde. Wer sich ein Bild machen will, kann hospitieren, zuschauen, fragen, teilnehmen. Aber nein, Riedl möchte das Häme-Material direkt an seinen Schreibtisch geliefert bekommen und schiebt dabei vor, es wäre interessant für das YouTube-Publikum, – ist es aber nicht: ich habe diese Forderung bisher nur von ihm gelesen.

      Aber wenn Riedl zu einem Unterricht eingeladen wird oder man ihm nahelegt, einmal über seinen Ingolstädter Tango-Horizont hinauszublicken, beschwert er sich, man wolle ihn vorführen.

      Gleichzeitig erwartet er von Tangolehrern, dass sie ihre Schüler nach dem Unterricht vor die Kamera stellen: müde, unfertig, gerade erst mit einer neuen Figur beschäftigt – und dann öffentlich seiner Kritik aussetzen. Riedl, dem Wertungsrichter!
      Das ist nicht aufklärerisch. Das ist scheinheilig.
      Er verlangt Öffentlichkeit von anderen, verweigert aber selbst die konkrete Anschauung. Er fordert Transparenz, wo es um fremde Schüler geht, und beklagt Zumutung, sobald er selbst einmal genauer hinschauen soll.
      Ich empfinde diesen Wunsch deshalb nicht als seriöses Interesse an Unterrichtsqualität, sondern als ziemlich durchschaubaren Versuch, neues Material für Spott und nachträgliche Häme zu bekommen.
      Aber – wie ich Riedl inzwischen kenne, – nachdem ich das hier ein für alle Mal plausibel gekontert habe, wird er diesen Wunsch nach besagten Videos bis zum Nimmerleinstag wiederholen, denn besonders kreativ ist er in letzter Zeit nicht mehr – aber er glaubt ja inzwischen selbst, dass Quantität die Lösung seines Blog ist … und wenn sie nicht gestorben sind…

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    2. Lieber Gerhard,

      Du schreibst in Deinem Blog:
      "Euer ganzes Gedöns überzeugt mich nicht, solange ich nicht eure Schülerinnen und Schüler tanzen sehe – gerne auch mit euch."

      Wenn das keine Forderung ist...

      Aber egal: Du kannst mir das Stöckchen so oft hinhalten wie Du willst: Ich werde nicht darüber springen. Ich habe Dir ein konkretes Beispiel genannt, wo Du Lehrer mit ihren Schülern tanzen sehen kannst. Wenn Du das ablehnst, dann ist es Dein Problem, nicht meins.

      Liebe Grüße,

      Helge

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    3. Lieber Helge,
      ich sehe keine Forderung darin, wenn ich schreibe, was mich überzeugt oder nicht, sondern nur die Beschreibung einer Sichtweise.
      Das Stöckchen kriege ich hingehalten, wenn man mich zu Veranstaltungen einlädt, um aus meiner Weigerung wieder ein Skandälchen zu basteln. Hatten wir schon mal – mit mäßigem Erfolg.
      Zudem sehe ich kein Problem darin, nach meinen Wünschen Veranstaltungen zu besuchen. Das träfe eher für das Gegenteil zu.

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    4. Riedl fordert gern sichtbare Belege für Unterrichtsqualität. Dann fangen wir doch einmal bei ihm selbst an.
      Er möge ein aktuelles Video von sich als Tangotänzer veröffentlichen – mit Partnerin, nicht nur Füße, nicht nur Andeutungen. Dann kann das Publikum sehen, aus welcher tänzerischen Kompetenz heraus er anderen Unterricht, Lehrer und Schüler erklärt.
      Wer ständig andere begutachten will, sollte zunächst zeigen, von welchem eigenen Niveau aus er urteilt.
      Alles andere ist bequem: draußen bleiben, nichts zeigen, aber von anderen Transparenz verlangen.
      Mal sehen, ob er liefert.

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    5. Der Unterschied ist, dass ich keinen Tangounterricht anbiete. Klar, ich soll jetzt wieder „Beweise“ liefern, über die man dann dumm daherreden kann.
      Träumt weiter!

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    6. Es ist bezeichnend, dass Sie für all ihre Behauptungen kein einziges belegtes Zitat anführen. Stattdessen vielmals recycelte Vorwürfe.
      Die Frage ist halt: Wenn der Tangounterricht hierzulande so tolle Ergebnisse zeitigt – wieso dann die standhafte Weigerung, das mal im Bild zu zeigen?
      Ansonsten finde ich, wir haben die Gastfreundschaft des hiesigen Bloggers lange genug strapaziert. Daher werde ich hier nicht mehr antworten. Schreiben Sie, was Sie wollen – vielleicht auch mal wieder auf Ihrem Blog.

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    7. Sie wollten Zitate? Die liegen in Ihren eigenen Artikeln, Überschriften und Kolumnen herum: „Was Ihnen Ihr Tangolehrer nicht erzählt“, „Was man an den Früchten erkennt“, die ständige Rede von Figurenlernerei, Schleicher-Tango, schlechtem Unterricht und angeblich sinnlosem Geldausgeben.
      Wer so schreibt, soll nicht so tun, als habe er nur eine harmlose Frage gestellt.
      Und wenn Sie nun die Gastfreundschaft des hiesigen Bloggers nicht weiter strapazieren wollen: einverstanden.
      Dann bleibt als Ergebnis festzuhalten: Viel Urteil. Wenig Anschauung. Keine Belege.

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